Freifunk – Testbetrieb Baptisten Forchheim

Dieses Wochende (28. Febr. und 01. März 2015) steht in der Baptistengemeinde Forchheim ein offenes WLAN mit Internetzugang zu Testzwecken zur Verfügung.

franken.freifunk.net

(c) Stefan Paulus CC BY-SA 3.0

Die örtlichen Funkzellen sind unverschlüsselt. Sie können sich also direkt mit franken.freifunk.net verbinden.

Ziel des Betriebes dieses Wochenende ist es Erfahrungen mit den Kapazitäten der eingesetzten Hardware zu sammeln. Es wird daher gebeten, dass Netz intensiv zu nutzen. Sollte es zu Leistungseinbrüchen oder Ausfällen kommen, so ist dies an diesem Wochenende erwünscht, um die Vorfälle auswerten zu können!

Selbstverständlich gilt auch in diesem Fall allgemeines Recht. Die Nutzer sind also nicht zur Verletzung der Rechte Dritter, namentlich Immaterialgüterrechte und Persönlichkeitsrechte, berechtigt und erklären sich mit dem Verzicht auf rechtswidriges Verhalten durch Nutzung einverstanden! (Das heißt: Kein Filesharing ohne entsprechende Lizenz, keine Beleidigungen, …)

Freifunk

Zur Umsetzung wird auf Freifunk gesetzt. Weitergehende Informationen zu Freifunk finden Sie bspw. auf freifunk.net. Als eine Dachverband fungiert der Förderverein freie Netzwerke e.V. Die örtliche Community finden sie unter freifunk-franken.de.

Kommentare

Erfahrungen, Erkenntnisse und Hinweise dürfen gerne als Kommentare hinterlassen oder an freifunk@mieth.net gesendet werden.

Einordnung der Freifunknutzung in der Baptistengemeinde Forchheim

Zum Hintergrund allgemein

Freifunk ist eine Graswurzelbewegung, die etwa 2002 in Berlin im sog. „Opalghetto“ Ihren Anfang nahm, als einzelne Bereiche der Stadt nicht mit Breitbandinternet erschlossen waren. Ziel war und ist es eine parallele Infrastruktur primär mittels WLAN aufzubauen, über die eigene Dienste realisiert werden können und Internetzugänge geteilt werden
können. Der Zugang sollte ungehindert (also auch ohne Registrierung) möglich sein.

Zum rechtlichen Hintergrund

Die rechtlichen Fragestellungen zerfallen im Wesentlichen mindestens in drei Teile:

1. AGB des ISP

Lässt der ISP die Weitergabe des Zuganges zu. Ist von ISP zu ISP sehr unterschiedlich von unproblematisch über Erlaubnisvorbehalt bis zu untersagt. Dieses sollte bei der Baptistengemeinde nicht kritisch sein, da die Nutzung primär durch die Mitglieder der Gemeinde selbst und deren Gäste erfolgen würde und sich damit im Vertragszweck bewegen dürfte.

2. Ordnungsrechtliche Fragen

Die Regelungen des TKG und TMG sind einzuhalten, insbesondere müssen gewerbliche Anbieter (dürfte die Baptistengemeinde nicht sein) den Betrieb bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) anmelden, ggf. alle ein Sicherheitskonzept erarbeiten und einen Sicherheitsbeauftragten benennen. Ob die Mitteilung eines Sicherheitskonzeptes und eines Sicherheitsbeauftragten bei Freifunk erforderlich ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Es handelt sich im wesentlichen um einmalige Formalien. Vgl. auch hier.

3. Zivilrechtliche Haftung gegen Dritte

Im Gespräch ist immer wieder eine sog. „Störerhaftung“ für Verletzungen der Rechte Dritter durch Dritte über eine eigene Gefahrenquelle. Typischerweise also die Verletzung von Immaterialgüterrechten durch Beleidigungen oder unerlaubtes Vervielfältigen.

Diesem wird bei Freifunk auf mehreren Ebenen begegnet:

§8 TMG (Providerprivileg) findet nach ersten Entscheidungen aus dem letzten Jahr und richtiger Auffassung Anwendung bei der bewussten Überlassung des Anschlusses an Dritte. So dass zumindest auf der ersten Ebene hier eine Haftung nicht drohen sollte. Allerdings:
Obergerichtliche Rechtsprechung fehlt hier noch!

– Der Internetverkehr wird über ein VPN über einen Server des Vereins Förderverein Freie Netzwerke e. V. ausgeleitet, der eine Providerstellung in Anspruch nehmen kann.

– Der Förderverein Freie Netzwerke e. V. speichert grundsätzlich nicht, so dass eine Rückverfolgung der Nutzung zur Durchsetzung von Ansprüchen grundsätzlich nicht möglich ist.

-> Das Haftungsrisiko geht daher faktisch gegen Null.

Zum technischen Hintergrund

Wie oben dargestellt wird durch Freifunk-Router (Router mit einer angepassten Firmware) eine VPN-Verbindung zu einem Internetknoten und anderen Freifunkzellen aufgebaut. Im übrigen vermeshen sich die Router selbständig, soweit sie sich über WLAN oder den entsprechenden Ethernetport sehen. Das Routing organisiert sich selbst.

Zum Einsatz kommen sollen mindestens km003 und km004.

Die WLAN-Zelle ist unverschlüsselt und mit einer von der jeweiligen Community festgelegten deutlichen SSID versehen (hier: freifunk.franken.net) Hier zumindest finden keine Splashscreens Anwendung, die Verbindung wird direkt hergestellt.

Die Bandbreite für den Internetzugang soll sich im Router begrenzen lassen. Ein externes Management (z.B. über eine Fritz!Box) ist auch denkbar, wenn der Internetzugang nicht voll ausgelastet werden darf. Der Anschluss erfolgt einfach über Ethernet idealerweise in einem
Netzwerk mit DHCP.

Hinweis zur Verschlüsselung:

Bitte beachten Sie, dass der Datenverkehr theoretisch auch in der WLAN-Zelle von Dritten mitgelesen werden könnte und nicht nur, wie bspw. bei WPA2 erst ab dem Router. Es wird (immer) empfohlen verschlüsselte Verbindungen (https, vpn, …) zu nutzen.

Creative Commons Lizenzvertrag
Freifunk – Testbetrieb Baptisten Forchheim von Ludwig Wilhelm Mieth ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*