Schlagwort-Archive: OpenOffice.org

OpenOffice.org durch LibreOffice unter Ubuntu ersetzen

Gestern wurde LibreOffice 3.3 als finale Version veröffentlicht.

Für alle, die nicht auf Ubuntu 11.04 warten möchten oder eine LTS verwenden stellt sich damit die Frage, wie wechseln?

LibreOffice steht in Form von Repositories zur Verfügung.

Man öffne mittels Alt+F2 (unter Gnome mit Standardbelegungen) einen Dialog und füge mittels des Befehls

gksu add-apt-repository ppa:libreoffice/ppa 

das Repository hinzu. (Selbstverständlich muss der Schritt mittels Passwort durch einen Systemadministrator autorisiert werden.)

Sodann rufe man über System – Systemverwaltung die Aktualisierungsverwaltung auf und lasse prüfen, ob neue Updates vorhanden seien. Hierauf sollte eine Teilsystemaktualisierung angeboten werden, die man sodann durchlaufen lässt. Dabei wird OOo entfernt und LibreOffice rudimentär installiert.

Danach empfiehlt es sich noch über Synaptic alle weiteren sinnvollen Pakete zu LibreOffice (bei mir im Ergebnis gut 70) nachzuinstallieren. Hierunter fallen die Lokalisierung, die Integration in den Desktop samt Designs aber auch diverse Extensions. Eine gewisse Übersicht bekommt man mittels “libreoffice” als Suchbegriff. Die meisten Pakete werden über die Abhängigkeiten hinzugewählt.

Leider übernimmt LibreOffice nicht die Einstellungen aus OOo.

Viel Spaß beim Arbeiten mit LibreOffice!

Ich habe diese Anleitung auf zwei Systemen abgearbeitet, aber nicht auf generelle Eignung und Ungefährlichkeit überprüft. Wer sich unsicher ist, sollte vielleicht lieber auf Ubuntu 11.04 warten.

OOo 3.1 in Ubuntu 9.04

Ubuntu 9.04 kommt mit der Office-Suite OpenOffice.org 3.01. Aktuell ist jedoch die Version 3.1, welche diverse Vorteile bietet.

Die aktuelle Version lässt sich jedoch relativ einfach in das aktuelle Ubuntu einbinden.

Unter System → Systemverwaltung → Software-Quellen wird unter dem Reiter “Software von Drittanbietern” über “Hinzufügen” die Quelle deb http://ppa.launchpad.net/openoffice-pkgs/ubuntu jaunty main hinzugefügt.

Um die Pakete aus dieser Quelle laden zu können muss der Schlüssel, mit dem die Pakete signiert sind, dem System bekannt gemacht werden. Dieses soll nach linuxuser 07.2009 S. 28 über folgende Befehle über die Konsole funktionieren:

$ sudo -i # gpg –keyserver keyserver.ubuntu.com –recv 60D11217247D1CFF # gpg –export -armor 60D11217247D1CFF | sudo apt-key add –

Sodann sollte nach einem Neuladen der Paketquellen, zur Not über System → Systemverwaltung → Aktualisierungsverwaltung und dann “Prüfen” , eine Teilaktualisierung des Systems angeboten werden. Sofern OpenOffice.org zuvor bereits installiert war, sollte das Update grundsätzlich problemlos zur neuen Version führen. Ansonsten wäre über die Synaptic-Paketverwaltung aus der eben hinzugefügten Quelle das Metapaket openoffice.org und ggf. noch die entsprechenden Sprachpakete hinzu zu installieren.

Viel Erfolg!

Votum für ODF

Seit vielen Jahren sind MS-Office Dateiformate der de facto Standard im Bereich der Büroanwendungen.

Das Problem hierbei ist, dass die Dateiformate proprietär sind und von Microsoft nicht offen gelegt wurden. Auch wenn viele Anwendungen mehr oder weniger hiermit umgehen können, da die Programmierer versuchten, das Format nachzubauen, ist eine perfekte Unterstützung nur durch MS-Office und damit zuverlässig auch nur unter Windows zu erhalten. (Selbst die Mac OS Variante wurde in der Vergangenheit nicht immer zeitnah aktualisiert und unter Linux hängt der Nutzer über das WINE-Projekt häufig zumindest in der Version hinterher.)

Somit bietet das Dateiformat auch eine Bindung an den Anbieter der Office-Suite und des Betriebssystems und erfordert wiederholte Investitionen in Lizenzen. Nutzt man dieses Format dann noch zum Dokumentenaustausch, werden auch Dritte in diese Abhängigkeit gezwängt.

Abhilfe soll das 2006 ISO-zertifizierte OASIS Open Document Format For Office Applications schaffen. Hiermit sollte ein anwendungsübergreifender Standard eingeführt werden, so dass der Anwender die Wahl zwischen einer Vielzahl von Büroprogrammen haben kann, ohne deshalb die Dateien nicht mehr richtig verarbeiten zu können.

Unterstützt wird die aktuelle Spezifikation neben kleineren Programmen derzeit insbesondere von OpenOffice.org, welches unter einer freien Lizenz steht und für viele Plattformen (Windows, Mac OS, Linux, …) frei verfügbar ist.

Eigentlich wollte auch Microsoft das Format zunehmend unterstützen, scheint hierbei aber entweder eingeschränkt fähig oder auf Verzögerung zu setzen, siehe u. a.:

http://www.heise.de/newsticker/ODF-Alliance-unzufrieden-mit-MS-Office-2007–/meldung/138293

http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/ODF-Kompatibilitaet-von-MS-Office-2007-Grosser-Schritt-rueckwaerts

http://www.linux-magazin.de/NEWS/ODF-Alliance-Microsoft-Support-fuer-ODF-mangelhaft

Abhilfe kann für die Nutzer von MS-Office 2003 und 2007 ein von Sun kostenlos zur Verfügung gestelltes Tool liefern, das Sun ODF Plugin for Microsoft Office. (Leider erfordert der Download bei Sun direkt eine Registrierung.)

Vor der Möglichkeit MS-Office (bedingt) ODF kompatibel zu machen und der Möglichkeit Microsofts dieses auch vollständig zu gewähleisten ist es meines Erachtens sinnvoll auf ODF zu setzen. Denn nur so kann einem Missbrauch eines faktischen Monopols seitens Microsoft entgegen gewirkt werden und der Anwender seine Bürosuite und sein Betriebssystem (relativ) frei wählen.